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Pressemitteilung

04.10.2017

Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe erforscht Mechanismen des Sehens

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Dr. Jens Kremkow vom Neurowissenschaftlichen Forschungszentrum der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ist jetzt Nachwuchsgruppenleiter im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Grundlagen der sensorischen Verarbeitung und den Aufbau der neuronalen Schaltkreise des Seh-Systems besser zu verstehen.

Die visuelle Wahrnehmung ist eine der wichtigsten Sinnesempfindungen. Ihre besondere Bedeutung lässt sich an der Größe und der Anzahl der an der Bildanalyse beteiligten Gehirnareale ablesen. Trotz intensiver Forschungen sind derzeit noch zahlreiche grundlegende Fragen bezüglich der Funktionsweise des Seh-Systems nicht geklärt. „Als Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe wollen wir mit experimentellen und theoretischen Methoden den Aufbau und die Funktion der sogenannten thalamo-kortikalen Verbindungen, also den Weg vom Zwischenhirn zum Großhirn, weiter untersuchen“, sagt Arbeitsgruppenleiter Dr. Jens Kremkow. „Nur so können wir besser verstehen, wie visuelle Reize auf Ebene der Nervenzellen verarbeitet werden.“ Zudem sollen die Grundprinzipien des Gehirnaufbaus weiter erforscht werden.

Eine grundlegende Eigenschaft von Neuronen im visuellen Teil der Großhirnrinde ist die selektive Antwort auf die Orientierung eines Sehreizes. In höheren Säugetieren, beispielsweise Affen, Katzen und Menschen, sind diese Neuronen in sogenannten Säulen angeordnet. Nervenzellen mit gleichen Eigenschaften, also beispielsweise einer gleichen Präferenz für eine bestimmte Orientierung liegen nahe beieinander und die Karte ist sehr organisiert. Anders bei Nagetieren, Hasen und anderen Arten: Hier ist die Anordnung von Orientierung und Präferenz nicht strukturiert. Die Ursache für diesen sehr unterschiedlichen Aufbau ist bisher nicht verstanden. Die Arbeitsgruppe geht der Frage nach, ob und welche Funktion eine sehr strukturierte Orientierungskarte hat.

Kontakt

Dr. Jens Kremkow
Neurowissenschaftliches Forschungszentrum
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 400



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