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Pressemitteilung

19.10.2017

Freier Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen

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Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Open Access an der Charité

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin kann zur Stärkung des Open-Access-Publizierens mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) rechnen. Zunächst für die kommenden zwei Jahre sind Förderungen in Höhe von rund 560.000 Euro zugesagt. Damit kann nun auch an der Charité ein nachhaltiger Publikationsfonds zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen eingerichtet werden. Im Zuge der Open-Access-Strategie für Berlin ist vorgesehen, den Anteil frei zugänglicher wissenschaftlicher Publikationen bis zum Jahr 2020 an der Charité auf 60 Prozent anzuheben.

Pro Jahr veröffentlichen Charité-Wissenschaftler über 4.000 Artikel in qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Zeitschriften. Damit gilt die Universitätsmedizin Berlin als eine besonders publikationsstarke Institution der Stadt. Die Preispolitik großer Verlage schließt jedoch eine Vielzahl potenzieller Interessenten vom Zugang zu Forschungsergebnissen wissenschaftlicher Institutionen aus. Durch die Bewilligung eines Publikationsfonds der DFG ist die Charité jetzt in der Lage, deutlich mehr Arbeiten im Open Access zu publizieren. Diese stehen dann direkt nach Erscheinen weltweit und kostenlos für alle über das Internet zur Verfügung. Mit der Zahlung einmaliger Artikelgebühren an den Verlag durch Autoren oder deren Arbeitgeber wird der dauerhafte kostenlose Zugriff gesichert. Im Gegensatz zu einer Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse in einer Closed-Access-Zeitschrift müssen Publizierende die Kosten für eine Open-Access-Publikation, die sogenannten Article Processing Charges, selbst aufbringen.

Den Zugang zu Ergebnissen und die Transparenz in der biomedizinischen Forschung durch Open Access und Open Data zu verbessern, ist eine wesentliche Aufgabe in den kommenden Jahren, wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Axel Radlach Pries erklärt: „Wir wollen die an der Charité schon gut eingeführte Kultur des Open-Access-Publizierens spürbar voranbringen. Mit der jetzt bewilligten Förderung leistet die Deutsche Forschungsgemeinschaft dazu einen wesentlichen Beitrag im Sinne einer Anschubfinanzierung. Das Land Berlin sorgt im Rahmen der Hochschulverträge dafür, dass wir eine ergänzende Finanzierung bereitstellen können.“ Mit dem Beschluss einer Open-Access-Strategie für Berlin hat der Senat bereits 2015 den Rahmen gesetzt. Darin wird gefordert, 60 Prozent aller Publikationen aus Berliner Wissenschaftseinrichtungen bis 2020 frei verfügbar zu machen. Auf diese Weise soll unter anderem die Sichtbarkeit der Berliner Forschung erhöht, ihre Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Innovationspotenzial freigesetzt werden. „Die Charité als publikationsstärkste wissenschaftliche Einrichtung Berlins wird nun wesentlich dazu beitragen, dass die ehrgeizigen Ziele der Open-Access-Strategie des Senats erfolgreich umgesetzt werden können“, sagt Prof. Pries.

Bislang liegt der Anteil von Open-Access-Publikationen an der Charité bei etwa 17 Prozent. Die Open-Access-Beauftragte von Charité und Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), Lisa Liebenau, sowie ein neues Team in der Medizinischen Bibliothek werden die Umstellung auf dieses Modell des Publizierens aktiv begleiten. Das BIH setzt mit dem QUEST – Center for Transforming Biomedical Research einen Schwerpunkt auf Open Access. Bis 2026 soll nahezu jede Publikation frei zur Verfügung stehen. Dafür werden verschiedene Projekte an Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft initiiert. Auch die Medizinische Bibliothek der Charité unterstützt Forscherinnen und Forscher bei der Verbreitung von Informationen. „Der Publikationsfonds ist ein wichtiges neues Instrument hierfür“, sagt Ursula Flitner, Leiterin der Medizinischen Bibliothek. „Wir klären praktische Fragen im Zuge der Förderung und wickeln für Autoren die Finanzierung ab. Verhandlungen mit den Verlagen laufen bereits, um die Kostenübernahme für alle Beteiligten möglichst einfach zu gestalten.“ Eine steigende Nachfrage nach Möglichkeiten zur Erstattung der Autorengebühren im Open Access wird von nun an der Publikationsfonds auffangen.

Projekt DEAL
Wissenschaftliche Einrichtungen bundesweit kämpfen mit hohen und steigenden Kosten für Abonnements von Fachzeitschriften jenseits der Open-Access-Angebote. Im Rahmen des Projektes DEAL treten sie daher dafür ein, bundesweite Lizenzverträge für das gesamte E-Journal-Angebot großer Wissenschaftsverlage zu fairen Preisen abzuschließen und frei zugängliche Artikel zur Verfügung zu stellen. Eine Bereitstellung von Publikationen nach den Prinzipien des Open Access unterstützt das übergeordnete Ziel des wissenschaftlichen Austausches über Einrichtungsgrenzen hinweg.

Links

Medizinische Bibliothek

QUEST – Center for Transforming Biomedical Research

Kontakt

Ursula Flitner
Leiterin der Medizinischen Bibliothek
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 576 261

Lisa Liebenau
Open-Access-Beauftragte für BIH und Charité
t: +49 30 450 543 028



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