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Pressemitteilung

19.04.2018

Neue Sonderausstellung zum Phänomen Scheintod

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Titel der Ausstellung. Foto: Peitz/Charité
Titel der Ausstellung. Foto: Peitz/Charité
Blick in einen Ausstellungsraum mit Instrumenten zur Wiederbelebung. Foto: Peitz/Charité
Blick in einen Ausstellungsraum mit Instrumenten zur Wiederbelebung. Foto: Peitz/Charité
Blick in einen Ausstellungsraum mit einer Projektion zum Themenbereich
Experimentieren und Forschen. Foto: Peitz/Charité
Blick in einen Ausstellungsraum mit einer Projektion zum Themenbereich Experimentieren und Forschen. Foto: Peitz/Charité

Wann ist ein Mensch tot? Hat sich die Definition der Grenzlinie zwischen Leben und Tod in der historischen Entwicklung verändert? Diesen Fragen geht die neue Sonderausstellung „Scheintot. Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden“ im Berliner Medizinhistorischen Museum (BMM) der Charité nach. Die Ausstellung ist vom 21. April* bis 18. November 2018 zu sehen.

Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert galten die Abwesenheit von Herzschlag und Puls oder das Fehlen der Atembewegungen als klare Indizien für den Tod. Die Erweiterung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften während der Aufklärung brachten diese Gewissheiten ins Wanken und führten ab den 1750er Jahren zu einer weit verbreiteten Furcht der Menschen, scheintot zu sein und lebendig begraben zu werden. Die Sonderausstellung widmet sich diesem Phänomen. In sechs Themenräumen werden Geschichten rund um den Scheintod erzählt: Mithilfe von historischen Exponaten und Quellen, Installationen und Groß‐Projektionen wird die Scheintod‐Debatte erfahrbar gemacht und Fragen bis in die heutige Zeit thematisiert.

Die Ausstellung wurde von „h neun Berlin – Büro für Wissensarchitekturen“** entwickelt und erzählt beispielsweise von der Scheintod‐Debatte in Berlin, die dazu führte, dass vor Ort ab 1794 Leichenhäuser eingerichtet wurden. Ein wichtiger Befürworter war seinerzeit Christoph Wilhelm Hufeland, erster Dekan der Berliner Medizinischen Fakultät und Chef der Charité. Ein weiterer besonderer Schauraum ist dem Hirntod heute gewidmet. Gezeigt wird, wie auf einer Intensivstation der sogenannte irreversible Hirnfunktionsausfall festgestellt und dokumentiert wird. Erst die gesicherte Diagnose „Hirntod“ erlaubt – bei Zustimmung etwa durch einen vorliegenden Organspende‐Ausweis und in Rücksprache mit den Angehörigen – eine Entnahme von Organen für eine Transplantation.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 19. April 2018 um 19 Uhr in der Hörsaalruine des BMM offiziell eröffnet. Während der Laufzeit wird ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Lesungen geboten.

*Bitte beachten: Aufgrund der Entschärfung einer Fliegerbombe am Hauptbahnhof muss das BMM am Freitag, den 20. April geschlossen bleiben.

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Die Ausstellung war über den Jahreswechsel 2016/17 im Kasseler Museum für Sepulkralkultur zu sehen. Für das BMM kamen noch zwei Themenbereiche hinzu.

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Kontakt

Prof. Dr. Thomas Schnalke
Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 536 077



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