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Pressemitteilung

19.10.2017

Professor Klaus Michael Beier mit dem Bundesverdienstorden geehrt

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Brigitte Zypries, Prof. Klaus Michael Beier, Steffen Krach (v.l.n.r.). Copyright: Lukas Hofmann/Senatskanzlei.
Brigitte Zypries, Prof. Klaus Michael Beier, Steffen Krach (v.l.n.r.). Copyright: Lukas Hofmann/Senatskanzlei.

Für seine großen Verdienste in der sexualwissenschaftlichen Forschung sowie für sein herausragendes Engagement in der Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs hat Prof. Dr. Dr. Klaus Michael Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaften und Sexualmedizin der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Ordensinsignien wurden Klaus Michael Beier am Mittwochabend durch Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, im Roten Rathaus von Berlin überreicht.

Staatssekretär Krach würdigte Prof. Beier als herausragenden und vielfach engagierten Wissenschaftler: „Nicht nur finden die wissenschaftlichen Arbeiten von Professor Beier und seine wegweisenden Projekte weltweit Anerkennung, sie werden auch über Berlin hinaus eingesetzt, um sexuellen Kindesmissbrauch zu verhindern. Sein Wirken hat er dabei trotz nicht selten erheblicher Widerstände unbeirrt fortgesetzt und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Prävention sexueller Gewalt durch therapeutische Angebote für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, wesentlich vorangebracht.“

Mit der Verleihung des Verdienstordens wird insbesondere gewürdigt, dass Prof. Beier als Sexualmediziner seit Jahrzehnten mit großem Einsatz in die deutsche Gesellschaft hinein wirkt und sich national und international für eine unabhängige sexualwissenschaftliche und sexualmedizinische Forschung, Klinik und Lehre sowie für den interkulturellen Dialog über geschlechtliche, sexuelle und partnerschaftliche Gesundheit und Selbstbestimmung einsetzt. Von herausragender Bedeutung sei besonders sein Engagement im Bereich der Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs und sein Bestreben sexuellen Minoritäten zu helfen anstatt sie auszugrenzen.

„Ich freue mich sehr über diese außerordentliche Anerkennung, die ich auch als starke Ermutigung dafür werte, sich für die Prävention der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu engagieren. Dessen gesellschaftliche Relevanz wird angesichts der wachsenden Erkenntnisse über deren Folgen für die Biographien der Opfer immer noch unterschätzt. Umso mehr hoffe ich, dass diese Würdigung auch dazu beiträgt, die Aufmerksamkeit auf die Arbeit all jener Fachberatungsstellen, Institutionen und Organisationen zu lenken, die teilweise seit Jahrzehnten präventive Maßnahmen entwickelt haben und durchführen – meist ohne ausreichende strukturelle und finanzielle Absicherung. Erst durch das Ineinandergreifen dieser verschiedenen Anstrengungen lassen sich die bestmöglichen präventiven Effekte erzielen“, so Prof. Beier.

Auf die Initiative von Prof. Beier geht auch das 2005 an der Charité initiierte, wegweisende und vielfach ausgezeichnete „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ zurück, das seit 2011 auch im Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ an elf deutschen Standorten therapeutische Hilfe für Menschen bietet, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, mit dem Ziel, sexuellen Kindesmissbrauch und die Nutzung von Missbrauchsabbildungen zu verhindern. Über 8.500 Menschen haben bis Ende September 2017 Hilfe an einem der Standorte des Netzwerks in Anspruch genommen.

„Die Idee von Prof. Beier, Menschen mit pädophiler Orientierung durch Therapie von der Tat abzuhalten, ist großartig und – soweit man das bei Prävention messen kann – erfolgreich. Prof. Beier hat damit vielen Kindern ein Leben ohne Gewalt und ohne psychische Folgeschäden ermöglicht. Die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten ist sehr verdient", sagte Brigitte Zypries (SPD), die das „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ bereits in ihrer Funktion als Bundesjustizministerin gefördert hatte und bei der Verleihung des Verdienstordens anwesend war.

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Kontakt

Jens Wagner
Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 529 307



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