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Pressemitteilung

14.01.2019

Teilnehmer gesucht: Innovative digitale Therapie für Migräne-Patienten

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Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin sucht für ein neues digitales Therapiekonzept Patientinnen und Patienten mit häufigen Migräneattacken. Mit der Smartphone-gestützten Migränetherapie SMARTGEM wird erstmals eine wissenschaftlich begleitete ortsunabhängige Behandlungsform angeboten. Diese besteht aus einem elektronischen Kopfschmerzkalender und der Schulung zur Selbsthilfe sowie einem integrierten Therapiemodul und einer Online-Sprechstunde. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Chronifizierung der Erkrankung zu verhindern.

Weltweit leiden rund 15 bis 25 Prozent aller Frauen und rund 6 bis 8 Prozent der Männer unter Migräne. Die Schmerzerkrankung führt häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität und der Arbeitsfähigkeit. Zur Senkung der Attacken-Häufigkeit werden derzeit medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren eingesetzt. Der Zugang zu medizinischen Kopfschmerzexperten und spezialisierten Schmerztherapeuten ist jedoch im städtischen und insbesondere im ländlichen Bereich begrenzt. Um Migräne-Patienten eine adäquate Behandlung zu ermöglichen, wird mit SMARTGEM die Wirksamkeit einer digitalen und ortsunabhängigen Therapieform untersucht.

Mithilfe der App M-sense können die Patienten ihre Kopfschmerzen dokumentieren – so wird die Therapie überwacht und gleichzeitig können mögliche Auslöser für die Migräneattacken identifiziert werden. Durch das integrierte Therapiemodul werden die Betroffenen bei der Durchführung von Entspannungsverfahren und Ausdauersport unterstützt sowie in individuellen verhaltenstherapeutischen Ansätzen geschult. Weiterhin können die Patienten über eine Kommunikationsplattform in einer Online-Sprechstunde direkt mit ihrem behandelnden Arzt in der Kopfschmerzambulanz Kontakt aufnehmen und sich in einem ärztlich moderierten Forum mit anderen Migränepatienten austauschen. Über ein Online-Monitoring der Kopfschmerzdokumentation können die behandelnden niedergelassenen Ärzte und die Neurologen des Charité-Kopfschmerzzentrums den Therapieverlauf beurteilen und sich bei Bedarf telemedizinisch über mögliche Anpassungen beraten. Das Team um Projektleiter Dr. Lars Neeb von der Klinik für Neurologie am Campus Charité Mitte erwartet für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine deutliche Verringerung der Attacken und des Schmerzmittelverbrauchs.

Die Wirksamkeit von SMARTGEM wird in einer randomisierten kontrollierten Studie überprüft. Hierfür sollen insgesamt 1.200 Patientinnen und Patienten aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt untersucht werden. 600 von ihnen erhalten direkt Zugang zu der neuen Versorgungsform, die Vergleichsgruppe wendet die App zur reinen Kopfschmerzdokumentation ohne Zugang zu den erweiterten Funktionen für sechs Monate an, bevor sie dann alle Funktionen nutzen kann. Probanden aus Berlin und Brandenburg werden in der Kopfschmerzambulanz der Charité betreut. Die Studie dauert mindestens sechs Monate mit der Möglichkeit auf maximal zwölf Monate zu verlängern. Interessierte wenden sich bitte telefonisch unter +49 30 560 887 oder per Mail an smartgem(at)charite.de an das Kopfschmerzzentrum der Charité.

Voraussetzungen für die Teilnahme in der Charité-Kopfschmerzambulanz:
Die Betroffenen müssen an mindestens fünf Tagen im Monat an Migräne leiden, jedoch nicht an einer anderen Kopfschmerz- oder Schmerzerkrankungen. Die Migräne muss vor dem 50. Lebensjahr begonnen haben und seit mindestens einem Jahr bestehen. Die Teilnehmer wohnen in Berlin oder Brandenburg und sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert und waren noch nicht in der universitären Kopfschmerzambulanz der Charité vorstellig. Darüber hinaus benötigen sie ein Android- oder iOS-fähiges Smartphone mit mobilem Internetzugang und dürfen die Bezahlversion der App M-sense (M-sense Active) bisher noch nicht benutzt haben.

SMARTGEM
Das innovative Versorgungsvorhaben unter Konsortialführung der Charité wird in Kooperation mit der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Rostock, der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Halle (Saale), dem Institut für Public Health der Charité, dem App-Entwickler Newsenselab sowie den Krankenkassen AOK Nordost, BKK VBU, IKK gesund plus und der BIG direkt gesund durchgeführt. Das Projekt wird im Rahmen des Innovationsfonds für drei Jahre mit mehr als drei Millionen Euro gefördert.

Links

Projekt-Website SMARTGEM

https://neurologie.charite.de

Kontakt

Dr. Lars Neeb
Klinik für Neurologie
Campus Charité Mitte
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 560 276



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